
Kunstprojekt –Aufbewahrungsgegenstand im Recyclingdesign
von Solveig Stadsholt
Nach vielen verschiedenen Ideen fokussierte ich die Einbindung von unterschiedlichen Materialen, die alle ursprünglich einer anderen Funktion entsprachen. Ich überlegte, dass ein Objekt, das man auf Feten umherschieben und zur Aufbewahrung von Dingen für eine Party nutzen kann, praktisch wäre. Darauf folgte eine Phase, in der ich überlegte, wie ich diese beiden Aspekte verbinden kann.
An einem warmen Abend mit kühlem Bier sah ich die Flensburger Bierkiste an und sie schien mir perfekt für meine Überlegungen. Die Flensburger Brauerei hat vor kurzer Zeit alle alten Bierkisten durch neueren, mit modernerem Design ersetzt. Sämtliche Altkisten sind entsorgt worden, wobei ich mir sicher war, dass einige Händler oder auch die Brauerei noch alte Exemplare besitzen.

Ich erstellte eine grobe Skizze, wie eine rollbare Minibar aussehen könnte. Nachdem ich genügend Ideen gesammelt hatte und mir sicher war, dass das Projekt so werden kann, wie ich es mir vorstelle, habe ich die Flensburger Brauerei um einen alten Kasten gebeten.
Zuhause überlegte ich, womit ich am besten die runden Schubladen bauen könnte. Da ein PVC-Rohr so glatt ist, schien es mir geeignet, um die Flaschenhalter in der Kiste zu verlängern und darein dann Papprohre zu stecken. Alte PVC-Reststücke mit dem richtigen Durchmesser fand ich bei Sanitär Paulsen aus Gelting, der das Projekt interessant fand und sie mir überließ.
Als runde Schubladen dienten zehn Pappröhrchen, die exakt in die PVC-Rohre passten und somit leicht zieh- und schiebbar sind. An die Plastikdeckel der vorderen Öffnung brachte ich Bügelverschlüsse als Griffe an, um den Flensburger Stil zu bewahren. Die Hälfte der Schubladen hat einen weißen Deckel zum Abnehmen, die andere Hälfte einen blauen Deckel, da sie nicht geöffnet werden, sondern nur hinausgezogen werden müssen. In diese habe ich nämlich mit einer Laubsäge Öffnungen gesägt, damit sie als richtige Schubladen dienen können.
Der untere Teil der Kiste bietet Platz für Bierflaschen, Cola oder andere Getränke.
Die andere Kiste sollte Platz für alle Dinge bieten, die man auf einer Party so braucht. Ich schnitt die Trennwende teilweise heraus und so entstanden zwei CD Fächer, ein Stiftebehälter, Platz für einen Würfelbecher, fünf Plastikschubladen mit Deckel (ehemals Haribo-Behälter) und eine untere freie Reihe für Chipsdosen oder andere Süßigkeiten.
Diese Kiste habe ich aufrecht an der anderen festgeschraubt mit einem Brett als Abstandhalter dazwischen. Obenauf als Tischfläche dienen zwei alte Holzklodeckel. Der auf dem aufrechten Kasten steht nach außen hin etwas über. An dem Ende habe ich aus Leisten und alten Ketten eine Halterung für zwei Biergläser zum Hereinschieben gebaut.
Auf der anderen Kiste habe ich noch einen zusätzlichen Kasten aus Altholz (z.B. den Eckstücken einer alten Orangenkiste) gebaut, auf dem auch ein Klodeckel angebracht ist. Durch Scharniere kann man ihn aufklappen und den Kasten zum Lagern von Dingen wie Sonnenbrille, Buch oder ähnlichem nutzen.
Beide Kisten sind auf einem alten Brett festgeschraubt und an dieses wiederum vier Rollen, die das Objekt flexibel und rollbar werden lassen.
Auf der Rückseite der waagerechten Kiste habe ich eine Pinnwand gesetzt. Sie besteht aus einem Patchworkmuster, dessen Einzelteile ich aus alten Bierdeckeln ausgeschnitten, zusammengesetzt und auf eine Pappe geklebt habe.
Die Rückseite des senkrechten Kastens hingegen ziert eine Magnettafel. Sie besteht aus 24 Deckeln von Marmeladengläsern, die auf einer alten Pappe befestigt sind. Diese wiederum habe ich zur Verschönerung mit schwarzer DC-Fix Folie überzogen und mit allen Etiketten der Flensburger Biere verziert. Auf einfache Magnete habe ich Flensburger Kronkorken geklebt.
So entstand meine einzigartige Minibar aus Recyclingartikeln.