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Zweiter Platz beim Bundesentscheid der ecopolicyade
Schüler an die Macht: Kappeln regiert die Welt
Erfolgreiches Team aus Kappeln: (von links) Hanna, Florian und Anne. Die drei 16-Jährigen verfehlten den Bundessieg nur knapp.Thomas Christiansen | kn | 22.06.2009, 18:33 Uhr
Erfolgreiches Team aus Kappeln: (von links) Hannah, Florian und Anne.
Die drei 16-Jährigen verfehlten den Bundessieg nur knapp.
Foto: Hansen
Kiel- Von ihnen könnten manche Politiker vielleicht noch lernen. Anne Matthiesen, Florian Meier und Hannah Sunder-Plassmann von der Klaus-Harms-Schule in Kappeln haben beim Bundesentscheid der ecopolicyade in Berlin bewiesen, dass sie zumindest virtuell ein Land erfolgreich regieren können und haben nur äußerst knapp den ersten Platz dem Team aus Bielefeld überlassen müssen.
In der nächsten Runde soll der Wettbewerb nun international werden.
"Wer gut und nachhaltig wirtschaftet, komplex zusammenspielende Faktoren richtig vernetzt in Balance halten kann, erreicht mit seinem Staat den paradiesischen Zustand. Wer wenig umsichtig politisiert und wirtschaftet, wird kurzerhand durch einen Staatsstreich entmachtet." So beschreibt Hans-Werner Hansen vom ecopolicyade-Büro in Lebrade bei Plön die von Prof. Frederic Vester entwickelte Gesellschaftssimulation ecopolicy.
Der ursprünglich in Schleswig-Holstein gestartete Wettbewerb ist inzwischen national und demnächst international. Beim Landesentscheid im Juli 2008 im Landtag in Kiel setzte sich das von Informatiklehrer Jochen Wilms betreute
Team aus Kappeln durch. Das außer Konkurrenz angetretene Erwachsenenteam, zu dem auch Landtagsabgeordnete gehörten, regierte nur fünf Jahre - bis zum Staatsstreich.
„Für alle war Schleswig-Holstein der Favorit“, umschreibt Hansen die Stimmung beim ersten Bundesentscheid. Doch am Ende schafften die Schüler der Bielefelder Theodor-Heuss-Schule ganz knapp vor den Kappelnern den Sieg.
Auf dem dritten Platz landete das Team aus Bayern, die Hamburger kamen auf Platz acht.
Für Hansen beginnt im Juli bereits die Vorbereitung für die nächste Runde, die im September startet. Der Landesentscheid ist für November geplant. Obwohl schon vor vier Jahren allen Schulen die Software kostenlos zur Verfügung
gestellt wurde, bietet Hansen (Telefon 04383/9805, info@ecopolicyade.info) sie weiterhin an.
In der nächsten Runde machen wahrscheinlich Teams aus Österreich, der Schweiz, Italien, England und Polen mit. Interesse wurde auch aus China und
den USA bekundet. (chr)
Kappelner Schüler erringen Vize-Meisterschaft
22. Juni 2009 | 04:20 Uhr | Von hjk
Als deutscher Vizemeister im Wettbewerb "Ecopolicy" kehrten Florian Meier, Hannah Sunder-Plassmann und Anne Matthiesen (von links) von der Spree an die Schlei zurück. Foto: Köhler
Ganz Kappeln kann stolz auf drei Klaus-Harms-Schüler sein: Die Zehntklässler Anne Matthiesen aus Arnis, Hannah Sunder-Plassmann aus Kopperby und Florian Meier aus Damp-Vogelsang gewannen in Berlin beim Bundesfinale im Strategiespiel "Ecopolicy" den Titel des deutschen Vizemeisters. Oberstudienrat Jochen Wilms, der als "Coach" des Teams von der Schlei an die Spree mitgereist war, zeigte sich nach der Rückkehr rundum zufrieden mit dem Abschneiden seiner Schützlinge, die als Landessieger die schleswig-holsteinischen Farben bestens vertreten hatten. Allerdings hätte um ein Haar
statt Silber auch Gold bei diesem Wettbewerb im vernetzten Denken herausspringen können. "Zur Halbzeit lag unser Team in Führung", berichtete Wilms. Die Aufgabe war, am Computer einem fiktiven Industrieland mit guten Ideen und Konzepten innerhalb von zehn Jahren zu Wachstum und Blüte zu verhelfen. Bei einem Durchschnittswert von 7,1 Pluspunkten für Kappeln gegenüber 7,0 Punkten für das Schülerteam aus Nordrhein-Westfalen schien
im Wettbewerb, an dem 14 Bundesländer (ohne Sachsen und Thüringen) teilnahmen, alles optimal zu laufen.
Doch dann, als es in Teil 2 um die Aufwärtsentwicklung eines Schwellenlandes ging, ließ Fortuna die Klaus-Harms-Schülern ein wenig im Stich: Die ihnen zugedachte Ereigniskarte verlangte fast Unmögliches: einen bettelarmen Staat ohne nennenswerte Ressourcen in einem Zeitraum von zwölf Jahren zu einem gewissen Wohlstand zu führen. Die Konkurrenten aus NRW hatten derweil eine wesentlich leichtere Aufgabe zu bewältigen. Zudem ärgerten sich die Kappelner Schüler nach Ende des Wettbewerbs über einen eigenen Denkfehler, der ihnen anfangs unterlaufen war. Der elektronische Rechner gab ihnen schließlich einen Minuspunkt mehr als dem Bundessieger 2009 aus dem Ruhrpott.
"Unser Team ist ganz dicht am Sieg vorbeigeschrammt", kommentierte Jochen Wilms. Nur zu gerne hätte das Trio den vom Hauptsponsor ausgelobten ersten Preis - eine Erlebnisreise in die Schweiz - gewonnen. Doch dass jeder "Silberling" von der Schlei mit einem MP3-Player im Wert von rund 200 Euro belohnt wurde, war mehr als ein Trostpflaster. Hinter den Kappelnern kamen die Teams aus Bayern, Berlin und Niedersachsen auf die nächsten Ränge.
Das Kappelner Gymnasium will bei "Ecopolicy" weitermachen, neue Teams aufstellen und versuchen, sich 2010 erneut für den Bundesentscheid zu qualifizieren.
Kappelner Schüler wollen Trophäe im vernetzten Denken holen
19. Juni 2009 | 04:40 Uhr | Von hjk
Die Landessieger im Computerspiel "Ecopolicy" Hannah Sunder-Plassmann (links), Anne Matthiesen und Florian Meier traten mit ihrem Lehrer Joachim Wilms die Bahnfahrt nach Berlin an. Foto: Köhler
Gestern früh kurz nach 6 Uhr, Bahnhof Süderbrarup: Auf die Regionalschnellbahn in Richtung Kiel warten drei Landessieger der Kappelner Klaus-Harms-Schule, um heute in Berlin die schleswig-holsteinischen Farben beim Bundeswettbewerb "Ecopolicy" zu vertreten. Begleitet werden die Zehntklässler Anne Matthiesen
aus Arnis, Florian Meier aus Damp-Vogelsang und Hannah Sunder-Plassmann aus Kopperby von ihrem Lehrer Jochen Wilms.
Hierzulande noch recht unbekannt ist das Computerspiel, mit dem sich die 16-Jährigen ihre Lorbeeren verdient haben. In freier Übersetzung bedeutet der englische Begriff "Ecopolicy" so viel wie "Ökopolitik" oder auch "Wirtschaftspolitik". Bezeichnet wird damit ein kybernetisches Umweltspiel
(nach Frederic Vester), bei dem es darum geht, einen Staat im Idealfall in einen Paradieszustand zu führen. Gearbeitet wird ausschließlich am Computer.
Das Programm verlangt von den Schülern "vernetztes Denken" und durchdachte Lösungswege bei den simulierten Problemen. Die jungen "Wirtschaftspolitiker" müssen sich in den Bereichen Sanierung, Produktion, Aufklärung, Lebensqualität, Umweltbelastung, Vermehrungsrate, Bevölkerung und Politik auskennen. In dieses Wirkungsgeflecht hinein werden während des Wettbewerbs nach dem Zufallsprinzip so genannte "Ereigniskarten" einbezogen. Wilms: "Der Faktor Glück spielt also eine Rolle. Dadurch wird die Aufgabe der Spieler erschwert." Jeden Vorschlag und jeden Schritt zur Problemlösung bewertet der Computer mit Plus- oder Minuspunkten, und am Ende sagt keine Jury, sondern das elektronische Gehirn, wer gewonnen hat. Die Themenpalette auf den Ereigniskarten reicht vom Protest gegen die Zerstörung der Natur bis hin zu Nachteilen durch die Globalisierung.
Da der Wettbewerb vor Jahren in Schleswig-Holstein (Malente) gegründet wurde, gilt er inzwischen als wichtiger Exportschlager in Sachen Bildung. Alle Bundesländer haben sich diesem Qualitätsstandard unterworfen und sind bemüht, das Kappelner Team zu schlagen.
"Wir haben uns gut vorbereitet und sind fit für unsere Aufgaben", unterstreicht
das Team. Schon vor Jahresfrist hatte es sich mit Bravour gegen die Konkurrenz durchgesetzt und sich für das Finale auf Bundesebene qualifiziert. "Wir rechnen uns gute Chancen aus", sagt Florian Meier. Auch Anne Matthiesen ist voller Zuversicht: "Es wird für uns ein Spitzenplatz herausspringen, mindestens Bronze." Hannah Sunder-Plassmann: "Wir sind nicht aufgeregt, sondern gehen die Sache ganz cool an." Das Kappelner Team hofft also, am Wochenende mit einer schönen Trophäe aus der Bundeshauptstadt zurückzukommen.
Der Kontakt zur Strategie Ag ist: strategie-ag@klaus-harms.de
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